Übergangsregelungen im Minibasketball: Plonka und Kattur im Interview
[23. Mai 2019]

Quelle: www.wbv-online.de (27.06.2019)


Der Minibasketball entwickelt sich mit Blick auf die kommende Saison zu einem großen Thema. Ab dem 01. August 2019 gelten die Spielregeln Minibasketball Deutschland des DBB ohne Einschränkungen auch für den Westdeutschen Basketball-Verband. Das wirft die eine oder andere Frage auf. WBV Präsident Uwe J. Plonka und Nadeesh Kattur, Vizepräsident für Jugend und Nachwuchsleistungssport, haben die Antworten.

Nadeesh Kattur, ist die Aussage „ohne Einschränkungen ab dem 01. August 2019“ so korrekt?
Ja, die Regeln gelten ohne Einschränkungen, so, wie sie in der Ausschreibung stehen – mit abgesenkten Körben und den speziellen Regeln für den Minibasketball. Einzige Ausnahme: In der Altersklasse U12 und U10 im Landesverbandsspielbetrieb arbeiten wir mit Spielständen und Tabellen, anders wäre es bei unserem großen Spielbetrieb nicht möglich.

Uwe J. Plonka, welche Vorteile bringen die neuen Spielregeln Minibasketball Deutschland des DBB für die Minis in NRW?
Im WBV spielen circa 5.500 Minis von U8 bis U12 Basketball. FIBA, DBB und auch wir sind uns sicher, dass die Reform der Miniregeln dem Jugendbereich einen enormen Schub verleihen und noch mehr Kids für den Basketball begeistern wird. Die Korbhöhe von 2,60 Meter ist ein Garant für deutlich mehr Erfolgserlebnisse unter dem Korb.

Hört sich alles gut an, wären da nicht die Körbe, die für die Minis auf 2,60 Meter abgesenkt werden sollen bzw. laut der Spielregeln Minibasketball Deutschland sogar müssen. Was aber, wenn es in der Halle gar keine absenkbaren Körbe gibt. Nadeesh Kattur, sind hier Übergangsregelungen vorgesehen?
Wir wollen und werden niemanden, und schon gar keine Kids, vom Basketball ausschließen, nur weil der Korb in der falschen Höhe hängt. Fakt ist, gibt es abgesenkte Körbe, dann müssen diese auch im Spielbetrieb eingesetzt werden. Und wenn es keine gibt, dann bleibt uns eben nichts anderes übrig, als auf 3,05 Meter zu spielen. Das ist die Übergangsregelung für die Saison 2019/2020. Allerdings sind die Kommunen aufgefordert, die Hallen entsprechend umzurüsten und verbindliche Absprachen mit den Vereinen zu treffen.

Uwe J. Plonka, was, wenn Kommunen keine verbindlichen Zusagen geben?
Die Frage wäre, warum? Der deutsche Städte- und Gemeindetag wurde bereits vor einem Jahr entsprechend informiert und zahlreiche Kommunen haben bereits mit der Umrüstung begonnen. Darüber hinaus stehen den Kommunen auch Gelder zur Verfügung. Es gibt einen Topf für Umrüstungen, entsprechende Förderungen müssen die Kommunen beantragen. O.K., wenn viele Kommunen gleichzeitig ihre Anträge losschicken kann es etwas dauern und auch die ausführenden Firmen gibt es nicht an jeder Ecke. Natürlich kann der technische Aufwand in der einen oder anderen Halle etwas größer sein. Andere Gründe für Verzögerungen dürfte es eigentlich nicht geben.

Bis in allen Hallen in Nordrhein-Westfalen die Körbe auf 2,60 Meter hängen wird bestimmt noch Zeit ins Land gehen. Nadeesh Kattur, wie unterstützen sie betroffene Vereine, die Probleme mit der Umrüstung auf absenkbare Körbe haben?
Wir gehen aktiv mit in den Dialog mit den Kommunen. Sprechen Sie uns an und wo wir können, helfen wir gerne. Die Kommunen können auf unterschiedliche Fördertöpfe zugreifen und so auch von der Umrüstung profitieren. Ich habe bislang noch von keinen Problemen zwischen Verein und Kommune in der Kommunikation als solches erfahren.

Bei Veränderungen und insbesondere neuen Regeln ist die Aufregung am Anfang immer groß – und am Ende war es meist gar nicht so schlimm. Mit den Übergangsregelungen sollte der Umstieg gut laufen. Nadeesh Kattur, können sie die Übergangsregelungen bitte noch einmal auf den Punkt bringen.
Für die Saison 2019/2020 gilt, wird in Hallen gespielt, wo absenkbare Körbe auf 2,60 Meter vorhanden sind, ist es Pflicht, diese auch zu nutzen. Wird in Hallen gespielt, wo noch keine neuen Körbe hängen, wird auf die höheren Körbe von 3,05 Meter gespielt. Für die Saison 2020/2021 sieht es dann anders aus. Hier wird es nur Ausnahmegenehmigungen für 3,05 Meter geben, wenn die Vereine feste Absprachen mit den Kommunen für die zeitnahe Umrüstung nachweisen können.

Uwe J. Plonka, Übergangsregelungen und Ausnahmegenehmigungen sind ja durchaus dehnbare Begriffe. In diesem Fall definitiv nicht. Die eine oder andere 3-Punkte-Linie hat zehn Jahre gebraucht, um die passende Halle zu finden. Das wird es mit den absenkbaren Körben nicht geben. Wer 2020/2021 nicht auf 2,60 Meter abgesenkt hat, muss eindeutig belegen, dass an einer schnellen Lösung gearbeitet wird. Am Ende sind die Minis schneller gewachsen als die Körbe abgesenkt wurden. Ich bin mir aber sicher, dass wir das alle gemeinsam schon hinbekommen.

  
WBV Präsident Uwe J. Plonka und Nadeesh Kattur, Vizepräsident für Jugend und Nachwuchsleistungssport

Zurück!